OP - Grauer Star/Katarakt

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Erkrankung

Als Grauen Star (Katarakt) bezeichnet man eine Eintrübung der Augenlinse, die meist ab dem 50. Lebensjahr auftritt. Der Graue Star kann durch die Implantation von Kunstlinsen beseitigt werden. Die Operation gehört zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen überhaupt und ist ein Schwerpunkt unserer operativen Tätigkeit.

Ursachen

Neben natürlichen Alterungsvorgängen tragen weitere Faktoren zur Bildung eines Grauen Stars bei: Rauchen, Diabetes mellitus, Mangelernährung, Medikamente, UV-Licht, Infrarot-Licht, Augenverletzungen

Symptome

Die Betroffenen bemerken eine zunehmend verschwommenne Sicht. Parallel nimmt häufig die Blendempfindlichkeit zu und die Augen gewöhnnen sich langsamer an wechslende Lichtverhältnisse. Die räumliche Wahrnehmnung und die korrekte Farbwahrnehmung  verschlechtern sich. Es können Lichthöfe (Halos) um Lichtquellen herum entstehen.

Besonders für Autofahrer sind diese Symptome beeinträchtigend. Anfangs unmerklich verläuft der Prozess langsam und schmerzfrei. Die Sehkraft kann im Verlauf erheblich eingeschränkt sein. Da die meisten Menschen über 70 Jahre Symptome entwickeln, empfehlen wir mindestens einmal jährlich eine Kontrolle Ihrer Augen!

Behandlungsmöglichkeiten

Zu Beginn der Entwicklung eines Grauen Stars ist häufig noch eine Verbesserungen der Sehleistung durch eine Anpassung der Brillenwerte möglich. Mittelfristig kann aber nur die Operation und der Austausch der getrübten Linse durch eine klare Kunstlinse eine nachhaltige Sehverbesserung ermöglichen. Diese Operation gehört zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen überhaupt und ist ein Schwerpunkt unserer operativen Tätigkeit.

Indikationsstellung

Wenn eine neue Brille keine befriedigende Sehleistung mehr erbringen kann, sollte die Operation zeitnah erfolgen. Neben einer fortschreitenden Sehverschlechterung können auch der zunehmende Härtegrad der Linse, enge Platzverhältnisse im vorderen Augenabschnitt durch eine Dickenzunahme der Linse oder stabilitätsschwächende Eiweißbeschläge auf der Linsenkapsel  (PEX) eine frühzeitige Linsenoperation sinnvoll machen.

Vorbereitung

Im Vorfeld der Operation werden die Augen mit weitgetropfter Pupille untersucht. Der Augenhintergrund wird auf zusätzliche Erkrankungen hin untersucht. Hierzu wird eine optische Kohärenztomographie (OCT) von Sehnerv und Netzhautmitte empfohlen, um Erkrankungen bereits im Frühstadium festzustellen. 

In der sogenannten Biometrie wird die Brechkraft der einzusetzenden Linse berechnet. Diese sollte nach  Möglichkeit durch ein optisches Verfahren erfolgen. Dieses bietet genauere Ergebnisse und hat unmittelbare Auswirkungen auf die Präzision der Berechnung der Stärke der zu implantierenden Kunstlinse und somit auf die verbleibende Brechkraft nach der Operation.

Im nachfolgenden Beratungs- und Aufklärungsgespräch werden Ihnen u. a. die verfügbaren Kunstlinsentypen und ggf. deren Zusatznutzen (s.u.) erläutert. Gemeinsam wählen wir mit Ihnen die für Sie optimale Kunstlinse aus. Sollten keine wesentlichen Augenerkrankungen festgestellt werden, kann die Implantation von Multifokallinsen, die scharfes Sehen in verschiedenen Entfernungen ermöglichen, in Betracht gezogen werden.

Eine hausärztliche Vorstellung zur Prüfung der Narkosefähigkeit muss vor dem Eingriff erfolgen. Dort wird auch die Möglichkeit einer Therapiepause von gerinnungshemmenden Medikamenten (Aspirin, Marcumar, Godamed, Xarelto etc.) bzw. die vorübergehende Anwendung einer Alternative (Heparin) besprochen.

Intraokularlinsen

Als Ersatz für die natürliche Linse können im Rahmen der Linsenoperation des Auges unterschiedliche Intraokularlinsen mit oder ohne Zusatznutzen implantiert werden.
Wenn Sie nach der Operation brillenunabhängig werden möchten, empfehlen wir Ihnen trifokale Multifokallinsen. Sie ermöglichen Ihnen in der Nähe, in Bildschirmentfernung und in der Ferne eine scharfe Sicht.

Wenn eine relevante Hornhautverkrümmung besteht, kann diese durch torische Multifokallinsen ausgeglichen werden, um die gewünschte Brillenunabhängigkeit zu erreichen. Sollten Sie nur für die Ferne eine optimale Korrektur Ihres Brechkraftfehlers wünschen, kann bei gleichzeitig bestehender Hornhautverkrümmung eine torische monofokale Intraokularlinse implantiert werden.  

Neuartige Kunstlinsen mit erweitertem Brennpunkt (EDOF-Linsen) können Brillenfreiheit von der Ferne bis PC-Abstand ermöglichen.


Für eine geringere Blendempfindlichkeit sowie als Schutz gegen schädigendes UV-Lichts bieten sich sogenannte Blaufilter-Intraokularlinsen an. Ein derartiger Schutz ist insbesondere bei Vorliegen einer altersbedingten Makuladegeneration ratsam. Dieser Linsentyp erlaubt ein sehr gutes Kontrastsehen sowie Farbsehen und ist grundsätzlich für alle Patienten geeignet. 

Generell sollten für eine optimale Abbildungsqualität asphärische Intraokularlinsen gewählt werden.

 

Bei der Wahl der richtigen Linse für Ihre Bedürfnisse beraten wir Sie ausführlich im Rahmen der Op-Aufklärung.

Anästhesie

Die Graue-Star-Operation wird überwiegend in örtlicher Betäubung durchgeführt. Sollten Gründe für eine Vollnarkose vorliegen, ist auch dies möglich. Bis auf sehr wenige Ausnahmen wird die Operation ambulant erfolgen können.

Ablauf der Operation

Nach der Betäubung durch Augentropfen ist das Auge schmerzfrei. Der Operateur schafft in Kleinschnitttechnik einen Zugang zum Augeninneren. Die natürliche Linse wird an ihrer Kapsel eröffnet. Dann wird der Linseninhalt verflüssigt und abgesaugt. In die leere Hülle wird die gefaltete Intraokularlinse eingesetzt, die sich dann selbst im Auge entfaltet. Sie übernimmt die Funktion der getrübten natürlichen Linse. Die Zugänge ins Auge sind so schmal, dass sie sich nahtlos spontan verschließen. Damit ist der Eingriff beendet. Abschließend wird das Auge mit einem Augensalbenverband zum Schutz abgedeckt.

Nachsorge

Der Verband wird am ersten Tag nach der Operation entfernt und das Auge in der Praxis untersucht. Weitere Kontrollen erfolgen nach einer und ggf. 2-3 Wochen. Über einen Zeitraum von etwa 3 Wochen müssen entzündungshemmende Augentropfen angewendet werden.
In den ersten Tagen nach der Operation sollten Sie nicht schwer heben oder sich anderweitig körperlich stark belasten. Längeres Bücken, Schwimmen, Saunabesuche oder Teilnahme am Sport-Training etc. sollten zwei Wochen pausiert werden.
Über die Fahrtauglichkeit kann frühestens nach einer Woche befunden werden. Eine Brillenverordnung erfolgt frühestens sechs Wochen nach dem letzten Eingriff.

Weitere Informationen zum Grauen Star erhalten Sie unter: https://augeninfo.de/cms/hauptmenu/augenheilkunde/augenerkrankungen/katarakt-grauer-star.html#Links

Wissenswertes Intraokularlinsen (IOL)  Trifokale Intraokularlinsen

 

 

 

OP-Standorte sind Rendsburg, Neumünster, Tellingstedt, Leck und das MARE Klinikum in Kiel-Kronshagen.

Weitere Informationen und eine individuelle Beratung erhalten Sie in unserer Sprechstunde.

 

Download: Informations-Flyer Grauer Star


 

 

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